Allensteig ist nicht auf sieben Hügeln errichtet, sondern vielmehr zwischen drei Hügeln eingebettet. Diese Hügel sind den wichtigsten Bauten der Stadt vorbehalten: Der Kaserne, der Kirche und dem Kino!

Geschichte Kino Allentsteig

Das 1938 im Zuge der Schaffung des Truppenübungsplatzes Allentsteig-Döllersheim erbaute Kino verfügte damals über 550 Sitzplätze. Es wurde nach Beendigung des 2. Weltkrieges und der darauf folgenden Besatzungszeit als „normales“ Kino weitergeführt. In der Kinoflaute der 70-er Jahre von den privaten Betreibern geschlossen, stand es bis zum Kauf nach fruchtlosen Versuchen zur Wiederbelebung zwei Jahre leer. Anschließend wurde das Kino an den Verein „film-cine-club allentsteig“ verpachtet. Nach sechsjährigem Betrieb (1986-1992) stellten die Betreiber um Burger Gerhard ihre Tätigkeit ein, da Umbauten für Strom und Heizung nicht finanziert werden konnten. In Folge wurde das Kino verkauft und an den neu gegründeten Verein AVALON (Verein für kulturellen Pluralismus und Kommunikation) verpachtet.

Verein AVALON

foto avalon gründungsmitglieder

Der Verein bestand ursprünglich aus zwei Hauptprotagonisten, dem Hausbesitzer und „Kassier“ Gerhard Öttl und Willi Lehner, Integrationsfigur und Obmann des Vereins. Beide lernten sich im „Weißen Rössel“ in Plank am Kamp (bei Krems an der Donau) kennen und erlebten hautnah im Kulturlokal von Jonny Diewald, was kulturelle Basisarbeit bedeutet. Willi Lehner fand dort seine Liebe zur Kulturarbeit und wollte fortan nichts anderes mehr machen. Nachdem das „Weiße Rössel“ mit den zuständigen Behörden massive Probleme hatte (Anrainer, Betriebsstättenbewilligung, Drogenrazzien durch die Exekutive) schloss es Anfang der 90er Jahre seine Pforten. Eine kulturelle Lücke entstand, die Lehner und Öttl mit dem Kauf des alten Lichtspieltheaters in Allentsteig füllen wollten.

Was waren wir blauäugig, grün hinter den Ohren?

Mit welcher Naivität wir an die neue Aufgabe herangegangen sind, war mehr als dilettantisch, heute unvorstellbar.

Sowohl das Team Öttl/Lehner als auch Loncsar/Rabl wollten kulturell schaffen. Mit welchen Mitteln und welchem Weg war nebensächlich. Hauptsache, dass etwas passiert. In den Köpfen der Gäste rumrühren. Heute macht jede noch so kleine Firmengründung eine Bedarfsanalyse, Machbarkeitsstudie, einen fünf Jahre Finanzierungsplan, stellt Anträge zur Jungunternehmerförderung, sucht sich Partner, Sponsoren, plant von langer Hand.

Anfang der 90er Jahre gab es noch keine Kulturmanager Studiengänge oder Bachelor Ausbildungen.

Das Einzige, das es gab und halbwegs leistbar war, war eine zwei Jahres Ausbildung in Salzburg die Mr. Lehner Willi absolvierte und als Abschlussarbeit ein Papier zum Thema Avalon Kulturhaus verfasste. Das Wort Konzept kann man in diesem Zusammenhang heute nicht mehr verwenden, denn jede Facharbeit in der 8. Klasse eines Gymnasiums ist umfangreicher und arbeitsintensiver als die damalige Abschlussarbeit. Es gab jedoch somit, ab diesem Zeitpunkt, etwas Schriftliches zum Herzeigen, auf dem sich in den Folgejahren gut aufbauen lies.

erster flyer a4 vorne

Aber war es nicht genau diese Unwissenheit, gepaart mit dem Wunsch, kulturell etwas zu bewegen, die uns überhaupt beginnen ließ?

Heute wie damals würde eine Bedarfserhebung ein ja ergeben, die Machbarkeitsstudien und Wahrscheinlichkeitsstatistik ein VIELLEICHT. Einnahmen sind im Kulturbereich spekulativ. Niemand kann dir sagen wie viele Besucher kommen oder ob es Förderungen gibt. Klar ist, dass es keine Inflationsanpassung durch die öffentliche Hand geben wird, zumindest weiß man das heute.

erster flyer a4 hinten

Und so war und ist die Geschichte vom Kulturverein Avalon geprägt von Versäumnissen, Entbehrungen und unendlichem Willen zur Veränderung getragen.

Es ist auch eine Geschichte von „neuen Ufern“, Grenzen ausloten und einem nie endenden Kampf gegen die Obrigkeit. Wie würden junge Leute heute 2016 zu dieser Geschichte sagen: „Who Cares?“

Wann & Wo

avalon.kultur

Pfeilgasse 27 / Ecke Albertgasse
1080 Wien

Mo-Sa ab 17:00 Uhr
Sonntags geschlossen

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